Schwäbische Dinkelseelen Rezept

Mal wieder was schwäbisches! Schwäbische Rezepte dürfen auf keinen Fall vernachlässigt werden (den schwäbischen Zwiebelrostbraten findet ihr übrigens hier)! Wobei ich habe gehört, dass Seelen mittlerweile schon deutschlandweit gebacken werden? Für die Nicht-Schwaben: Seelen sind her-vor-ra-gend! Innen luftig fluffig weich und außen knusprig! Was will man mehr? Eben!

Und warum heißen die Seelen Seelen? Man sagt, dass sie mit dem Verstorbenengedächtnis der Allerseelen in Verbindung gebracht werden. Die „armen Seelen“ sollen zu dieser Zeit mit Speisen bewirtschaftet worden sein um so einen Erntesegen im kommenden Jahr zu erhalten.
Es gibt aber auch noch eine Erzählung, die ich persönlich favorisiere: Ein schwäbischer Bäcker hat zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ein Gelübde ablegt, dass er jedes Jahr zu Allerseelen einer „armen Seele“ (also einem Bettler) ein Brot schenken wird, wenn nur die Pest an seiner Stadt vorbeiziehen wird. Und da der Schwabe – wie wir ja wissen – nunmal ein sparsamer Fuchs ist, wurde aus dem versprochenen zu spendenden Brot dann doch ein eher kleineres Brot: und er spendete die schwäbische Seele.

Nun aber zum Rezept. Viel Spaß beim Nachbacken und frühstücken und „verspern“ 😉

Dauer: ca. 2h
Zutaten für ca. 6 mittelgroße/große Seelen

– 500g Dinkelmehl 630 (oder wer keins hat: Weizenmehl 550)
– 340 – 380ml lauwarmes Wasser
– 1 TL Salz
– 1/2 Würfel frische Hefe
– grobes Salz, Kümmel, Käse, …

  1. Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde hineinformen. In die Mulde kommt die zerstückelte Hefe und so viel lauwarmes Wasser von den 340 – 380ml, bis die Mulde voll ist. Dann mit einer Gabel oder einem Löffel die Mulde mit Mehl zustreichen und alles ca. 10min gehen lassen.
  2. Nach der Gehzeit gebt ihr das restliche Wasser nach und nach hinzu und rührt währenddessen mit den Knethaken des Handrührgeräts einen schönen Teig. Hier merkt ihr dann, wieviel Wasser ihr letztlich benötigt. Der Teig sollte weich und zäh sein, auf keinen Fall zu fest! Gebt so viel Wasser hinzu, bis ihr die Konsistenz erreicht hab. Das schwankt manchmal zwischen eben 340ml und 380ml. Wenn ihr in den Teig Kümmel wollt, gebt ihr auch jetzt schon etwas dazu.
  3. Dann die Schlüssel mit dem Teig zugedeckt gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat. Da müsst ihr ca. 30 bis 50min einplanen. In der Zwischenzeit heizt ihr den Backofen auf 220Grad Ober-/Unterhitze vor.
  4. Hat der Teig sich verdoppelt, holt ihr ihn am besten mit einem Teigschaber auf eine bemehlte Arbeitsfläche. Einfach aus der Schüssel herauslaufen lassen, nicht nochmals rühren oder kneten!!
  5. Die leere Schüssel füllt ihr dann mit (lauwarmem) Wasser. Zum Formen des Seelen taucht ihr eure Hände komplett in das Wasser, so lassen sich die Seelen besser greifen und nichts bleibt an den Händen kleben.
  6. Mit den nassen Händen trennt ihr nun so viele Portionen vom Teig ab, wie ihr machen möchtet. Ich habe aus der Teigmenge ca. 5 – 6 Seelen herausbekommen, die mittelgroß bis groß waren.
  7. Mit beiden Händen die Portionen Teig nacheinander langziehen und etwas eindrehen (dann gehen sie beim Backen nicht so arg in die Breite sondern auch in die Höhe :-)) und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
  8. Wie ihr wollt, gebt ihr nun grobes Meersalz, Kümmel oder Käse auf die Seelen.
  9. Im vorgeheizten Ofen ca. 20 – 25min backen. Zwischendrin mal schauen, nicht, dass sie zu braun werden. Guten Appetit 🙂

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